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Was sind Hormone

Die Entwicklung von Mann und Frau sowie die Fähigkeit zur Fortpflanzung werden von bestimmten Drüsen gesteuert. Die Sekrete dieser Drüsen, die stimulierend und regulierend auf bestimmte, oft weit entfernte Organe wirken, werden als Hormone bezeichnet (griechisch „hormaein“: antreiben, erregen). Der menschliche Körper hat eine Reihe verschiedener Hormondrüsen, die eine Vielzahl von Hormonen mit unterschiedlichen Funktionen produzieren. Bezogen auf Sexualität und Fortpflanzung sind die Wichtigsten die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und die männlichen und weiblichen Keimdrüsen (die Gonaden). Als Keimdrüsen oder Gonaden werden beim männlichen Geschlecht die Hoden, beim weiblichen Geschlecht die Eierstöcke bezeichnet.

Die weiblichen Hormone

Eine Gruppe, die vor allem beim weiblichen Geschlecht eine Rolle spielt, sind die Östrogene. (Die weiblichen Keimdrüsen produzieren darüber hinaus ein weiteres Hormon, das Progesteron, das für die Fortpflanzungsfunktion eine wesentliche Rolle spielt.) Obwohl im männlichen Körper überwiegend Androgene, im weiblichen Körper überwiegend Östrogene vorhanden sind, sind für jeden Menschen beide Hormongruppen von Bedeutung. Die Gonadenhormone spielen eine wesentliche Rolle beim geschlechtlichen Reifeprozess, sie haben sogar vor der Geburt bereits einen entscheidenden Einfluss. In der Zeit zwischen Geburt und Pubertät findet beim Menschen keine wesentliche sexuelle Entwicklung statt. Androgen- und Östrogenspiegel sind niedrig und bei beiden Geschlechtern fast gleich. Ungefähr im Alter von acht Jahren beginnen die Hormonspiegel zu steigen. Im Alter von zehn oder elf Jahren wird dieser Anstieg noch deutlicher, besonders bei Mädchen. Ergebnis dieser starken hormonellen Beeinflussung ist die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale. In diesem allgemeinen körperlichen Reifeprozess entwickelt sich auch das Nervensystem weiter. Es werden so die Voraussetzungen für die volle sexuelle Reaktion von Männern und Frauen geschaffen dargestellt.

Östrogene entstehen in den Eierstöcken, in der Plazenta während einer Schwangerschaft, und in der Nebennierenrinde. Auch Männer produzieren eine sehr geringe Menge an Östrogenen. Nur durch Östrogen kann die Leber für den Mann das lebenswichtige Hormon SHBG bilden. Dieses ist u.a. verantwortlich für die Prostata. Die Östrogene sind bei der Frau für den Eisprung verantwortlich und bestimmen besonders die erste Hälfte des weiblichen Zyklus. Sie sind auch verantwortlich für die Bildung der weiblichen Geschlechtsmale in der Pubertät, wie Brüste, Schambehaarung und die Beibehaltung der hohen Stimmlage.

Östrogene beeinflussen die Knochenreifung, senken den Cholesterinspiegel und werden als Bestandteil der Pille verarbeitet; außerdem kommen Sie bei der Therapie von Beschwerden in den Wechseljahren und bei bestimmten Tumorerkrankungen zum Einsatz.

Bei der Verwendung von Östrogenen in Verhütungsmitteln (z.B. Pille) können Nebenwirkungen wie Blutdruck, erhöhtes Thromboserisiko und Migräne auftreten.